Stigmatisierung in Ausbildung und Beruf

Viele Übergewichtige haben in Ausbildung und Beruf mit gegen sie gerichteten Vorurteilen und damit verbundener Diskriminierung zu kämpfen. Übergewichtige werden mit ansteigendem BMI um ein Vielfaches häufiger am Arbeitsplatz diskriminiert als Normalgewichtige. So gaben über 50% der befragten übergewichtigen und adipösen Frauen an, schon einmal von ihren Arbeitskollegen diskriminiert worden zu sein, 35% sogar oftmals. Zusätzlich berichteten über 40% der Frauen, schon einmal von ihrem von ihrem Chef diskriminiert worden zu sein, über 15% berichteten über mehrmalige Benachteiligungen (Puhl & Brownell, 2006).

Benachteiligungen bestehen auch darin, dass Arbeitgeber normalgewichtige Bewerber im Vergleich zu adipösen und übergewichtigen Bewerbern bevorzugt einstellen, weil sie körperliche Beeinträchtigungen (z. B. hoher Blutdruck, Diabetes, Herzerkrankungen) und damit verbundenen Arbeitsausfall fürchten. Darüber hinaus halten sie adipöse Bewerber eher für ungeeignet und inkompetent als normalgewichtige Bewerber. Des Weiteren wird Arbeitnehmern mit Gewichtsproblemen meist weniger zugetraut als normalgewichtigen und sie werden bei Beförderungen häufiger nicht berücksichtigt. Auch zeigten Studien, dass sich Übergewicht negativ auf das Gehalt auswirken kann. Männliche, vor allem aber weibliche Arbeitnehmer müssen im Vergleich zu normalgewichtigen Arbeitnehmern Gehaltseinbußen hinnehmen.